Was ihr Vögel schon immer fragen wolltet
- Katharina - vogelv

- 9. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Heute nehme ich mir Zeit, all eure neugierigen Fragen zu beantworten. Von Störchen, die den Winter bei uns verbringen, bis zu Wasseramseln, die selbst in eisigen Flüssen warm bleiben. Naturwissen, kleine Überraschungen und jede Menge Aha-Momente inklusive!

Warum bleiben heute immer mehr Störche den Winter über bei uns, während andere trotzdem in den Süden ziehen?
Die Winter im Rheintal waren in den letzten Jahren oft mild: kaum Schnee, kaum Eis und genug Futter. Einige Störche bleiben deshalb einfach hier, mit Aussicht auf das beste Nest. Vorteil: Sie sind früh dran und können sich die schönsten Nester sichern. Risiko: Ein plötzlicher strenger Winter kann lebensgefährlich werden.
Trotzdem sind Störche echte Überlebenskünstler: Schon öfter haben sie auch bei Schnee hier überwintert und sind gut durchgekommen. Die Zugvögel dagegen machen die große Reise bis südlich der Sahara, meiden Kälte und Hunger, nehmen dafür aber eine lange, anstrengende Abenteuer-Tour auf sich. Zwei Wege, ein Ziel: überleben, brüten, das Leben genießen.

Warum heißt der Buntspecht „Buntspecht“, obwohl er gar nicht richtig bunt ist?
Früher fanden die Menschen den starken Schwarz-Weiß-Kontrast mit dem leuchtend roten Häubchen so auffällig, dass sie den Vogel einfach „bunt“ nannten. Heute wissen wir: „Bunt“ ist relativ, und der Name ist ein Stück Sprachgeschichte.
Was macht der Eisvogel, wenn der See zufriert?
Dann zeigt der Eisvogel, wie flexibel er ist: Gefrorenes Wasser heißt für ihn „Zeit zum Ortswechsel“. Er sucht gezielt Flüsse und Bäche, die nicht zufrieren, oder offene Stellen am Ufer. Am Bodensee entdeckt man ihn an offenen Uferbereichen, Zuflüssen oder Strömungen, die das Eis brechen. Auch der Alte Rhein, Quellbäche, Brückenbereiche oder warme Ausleitungen wie Kläranlagen bieten ihm sichere Rückzugsplätze.

Wo verschwinden Waldohreulen eigentlich im Sommer?
Im Winter sieht man Waldohreulen noch gut sichtbar jagen oder rasten. Im Sommer jedoch ziehen sie lieber in ruhigere Wälder, manchmal sogar in höhere Lagen, um zu brüten und ihre kleinen Nachwuchs-Eulen großzuziehen.
Warum friert die Wasseramsel nicht, wenn sie mitten im Winter ins Wasser taucht?
Die kleine Taucherin hat es warm: Mit 40–42 °C Körpertemperatur ist sie deutlich wärmer als wir Menschen. Dichtes, wasserabweisendes Gefieder, Luftschicht, Bürzelöl, kompakter Körperbau und ein hoher Stoffwechsel halten sie selbst im eiskalten Wasser warm. Kein Wunder, dass sie ständig fressen muss. Den ganzen Tag jagt sie Insekten, Larven und kleine Wassertiere. Eisfreie Flüsse sind ihr Überlebens-Turbo, zu viel Frost bedeutet Stress.

Soll man Vögel im Winter füttern oder lieber einfach in Ruhe lassen?
Auf jeden Fall füttern! Gerade bei Schnee und Frost kann das überlebenswichtig sein. Wichtig: sauberes, artgerechtes Futter wie Samen, Nüsse oder Fett, aber kein Brot! Auch hygienische Futterstellen sind ein Muss, damit die Vögel nicht krank werden. Mehr Tipps zur Winterfütterung findest du bei BirdLife Österreich: Hier klicken
Warum sollte man Enten nicht mit Brot füttern?
Brot liefert kaum Nährstoffe, dafür viel Kohlenhydrate und Salz. Regelmäßig Brot zu bekommen kann zu Mangelerscheinungen, schlechtem Gefieder und Krankheiten führen. Außerdem verschmutzt es das Wasser und fördert Bakterien und Pilze.
Wenn ihr also jemanden seht, der Brot füttert, könnt ihr freundlich sagen: "Wussten Sie, dass Brot für Enten ungesund ist? Es kann Krankheiten verursachen und das Wasser verschmutzen."
Wie helfe ich einem verletzten Vogel?
Wenn du einen verletzten Vogel findest, kontaktiere am besten Expert:innen der Wildtierhilfe Vorarlberg, und gib möglichst genau an: Fundort, Vogelart, Flugfähigkeit und Art der Verletzung. Halte den Vogel im Blick, damit er auch vor Katzen oder anderen Prädatoren sicher bleibt. Wildtierhilfe Vorarlberg: 0664 3711639 | www.wildtierhilfe-vorarlberg.at
Wenn euch noch etwas auf dem Herzen liegt, schreibt mir gerne an hallo@vogelv.at.
Happy birding!


