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Eine kleine Ostergeschichte vom Feldhasen im Auer Ried

Aktualisiert: 5. Apr.



Ein kurzer Blick und schon war er auf und davon. Als hätte er irgendwo ganz dringend einen Ostertermin. Ich stand da, leicht verdutzt, und dachte mir: „Na super, das war’s dann wohl mit der großen Begegnung.”


Aber so schnell gebe ich ja nicht auf. :)


Also suchte ich mir ein verstecktes Plätzchen, machte es mir gemütlich und wartete. Und wartete. Und wartete noch ein bisschen mehr. Das Warten bekam plötzlich etwas Meditatives. Einfach sitzen, schauen, da sein. Ich saß einfach da und ließ die Natur um mich herum weitermachen. 


In der Ferne behielt ich den Feldhasen im Blick. Nebenbei entdeckte ich durch mein Fernglas fünf Rehe und einen ganzen Schwarm Stare, die auf und ab durch die Luft tanzten. Aus dem Hintergrund klangen die Rufe von Fasan und Kiebitzen. Ein kleines Naturkonzert und doch blieb mein Fokus ganz beim Hasen, den ich zwischendurch sogar kurz aus den Augen verlor.


Auf einmal… Bewegung!


Wie aus dem Nichts tauchte er wieder auf. Der gleiche Hase. Mein Hase, sozusagen. Diesmal allerdings mit einer überraschenden Idee: Statt wieder zu flüchten, drehte er einfach um und hoppelte direkt auf mich zu!

Ich konnte es kaum glauben.


Mit jedem Satz kam er näher. Ich hielt die Luft an, die Kamera bereit, und dachte nur: „Bitte jetzt keinen falschen Klick… und vor allem: nicht niesen!“ 

Und tatsächlich, er kam so nah, dass ich die schönsten Fotos machen konnte. Ganz ruhig, ganz entspannt, als hätten wir das vorher abgesprochen. Ein kleines, stilles Wunder mitten in der Natur.


Das Warten? Absolut vergessen. Jede Minute hat sich gelohnt.


Und am Ende blieb mehr als nur ein gelungenes Bild: eine Begegnung, die ein Lächeln hinterlässt und ein warmes Gefühl, das noch lange nachhoppelt.


In diesem Sinne: Manchmal lohnt es sich, einfach still zu sitzen… und das Leben auf sich entgegenhoppeln zu lassen.


Frohe Ostern ihr Lieben!


© vogelv / Katharina Amann
© vogelv / Katharina Amann

 
 
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